2006 04. Apr

Die Qual der Wahl: Brockhaus Digital

Über die Wikipedia kann man geteilter Meinung sein. Gut oder schlecht, demokratisch oder chaotisch, wie auch immer, ist hier nicht Thema.

Irgendwann da kommt die Zeit, da überlegt man sich, einen Brockhaus anzuschaffen. Warum, weshalb, warum, wofür? Papier ist eben geduldiger als Nullen und Einsen, die Haptik ist deutlich besser und klar, irgendwo ist das sicher auch ein Ventil für den kleinen Narziss, der in (fast) jedem von uns steckt. Ein Meter Brockhaus kann halt was, meiner ist länger!

Brockhaus Print oder Brockhaus Digital?

Irgendwann kommen dann aber Fragen auf. Die Vernunft schaltet sich ein. Blöde Instanz, das. Also, wie wäre es mit den sicherlich (noch) vorhandenen Vorteilen eines Brockhaus plus den Vorteilen der digitalen Welt? Bingo, denn genau für diese hybriden Spinner gibt es den Brockhaus Digital.

Der Brockhaus Digital kann alles: es gibt eine ausgeklügelte (plattformunabhängige) Suche, Online-Zugriff auf die Online-Ausgabe, Zugriff auf zig Millionen dpa-Bilder und das Ganze hübsch verpackt auf einem USB-Stick mit „Docking-Station“. Ist in der Tat eine gar nicht so üble Idee, denn dadurch wird das Werk mobil, wenn die Platte zu klein ist bzw. man Computer-übergreifend arbeitet und zu Hause, neben dem PC, sieht es schön schick aus.

Kostenpunkt: schlappe 1.499 EUR. Im Vergleich zur gebundenen Ausgabe in 30 Bänden geht das aber noch (stolze 2.397 EUR)

Schönheitsfehler?

Allerdings drängt sich mir eine Frage auf, die ich beantwortet wissen möchte, bevor ich mich in diesen Konsumrausch katapultiere. Diese Frage gehört in die Kategorie der „auf der Webseite nicht beantworteten Fragen, die einen Kunden interessieren“.

Der Fluch der digitalen Welt

USB-Sticks unterliegen dummerweise gewissen Limitationen in Bezug auf ihre Haltbarkeit. 100.000 Schreibzyklen sind zwar nicht kurz, aber auch nicht die Ewigkeit, die Papier durchhält (siehe A wie Alterungsbeständigkeit) – bei Papier im Minimum 50 Jahre. Das ist auch der Grund, warum USB-Stick-Hersteller eine Datensicherheit von meist bis zu (!) 10 Jahren garantieren.

Was passiert also in 10 Jahren mit meinem schicken Brockhaus Digital, respektive den 1.499 EUR, wenn der USB-Stick einfach defekt ist?

(Mal ganz abgesehen davon, dass ein USB-Stick in 10 Jahren wohl an keinem Rechner mehr läuft, weil die dann alle mit Wireless-Broadband-Ultra-Array-Pulse-Exchange-Interfaces arbeiten.)

Wird er ausgetauscht? Kostet das was? Oder wird er nicht ausgetauscht und man erhält Online-Zugriff? Oder bekommt man die Printausgabe aus Restbeständen, die keiner mehr haben will, weil die Brockhaus-Software dann in jeder Holo-Brille integriert ist?

Oder muss man vielleicht einfach ein Backup machen und geht das überhaupt?

Fragen über Fragen. Aber bevor ich die Antwort nicht kenne, werde ich nicht kaufen 🙂 Details irgendwann im Update, wenn der Support geantwortet hat.

Anregung: via cult7

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