2006 04. Mrz

Terkel in Trouble

Zuallererst: der Film ist eher in die Kategorie „Independent- Alternative- Super- Sarcasm- Humor- Production“ einzustufen – vielleicht ein oder der Grund für Bela B. Felsenheimer (Drummer der Ärzte), gleich mal alle Synchron-Sprachrollen zu übernehmen. Ja, es stimmt: Bela B. spricht ALLE Charaktere, die in dem Streifen vorkommen.

Terkel in Trouble“ kommt aus Dänemark und setzt die Tradition des skandinavischen bzw. nordischen schwarzen Humors fort, die der geneigte Zuschauer vielleicht schon aus „In China essen sie Hunde“ oder „Dänische Delikatessen“ kennt. Wem das nichts sagt, dem ist vielleicht das Qualitätssiegel „MAD empfiehlt diesen Film!“ eher ein Begriff, wobei es sich bei „MAD“ natürlich um die aus Jugendzeiten einschlägig bekannte Publikation von Herbert Feuerstein handelt.

Terkel ist ein Jugendlicher auf einer kleinen Schule in einer kleinen Stadt. Terkels bester Freund ist ein hiphoppiger Aussenseiter. Als eines Tages ein vordergründig cooler und to-tal verständnisvoller Lehrer die Klasse übernimmt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Zunächst stürzt sich das dicke Mädchen der Klasse aus dem Fenster im vierten Stock, dann erhält Terkel sogar Morddrohungen und das alles eskaliert auf einer Klassenfahrt in den „großen, dunklen Wald“ – initiiert natürlich von dem beliebten Ex-Walldorf-pro-natura-Klassenlehrer.

Der Film ist sehr sarkastisch, zuweilen zynisch – aber genau deswegen so herrlich witzig. Im Handstreich werden tatsächliche Misstände der Welt (auch musikalisch) aufgegriffen, durch die Stereotypen der sich äußernden Personen und einen Hang zur Übertreibung schön ins richtige Bedeutungslicht gerückt. In der Welt ist -besonders für Teenager- eben alles relativ und das gilt für die Not der Kinder in Thailand genauso wie die vordergründige Coolness eines Lehrers.

Die Moral von der Geschichte: Die größten Gutmenschen stellen sich oft als die eigentlichen Übeltäter heraus. Wie wahr, wie wahr…

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