2009 29. Okt

…und ich dachte, dass ich sowas nicht mehr würde erleben müssen: Gedankenlesen -im Sinne von „Gedachtes von aussen / durch Dritte als Bild sichtbar machen“ (sic!)- scheint nicht mehr so weit weg, wie ich das gehofft hatte.

Ich höre sie schon wieder singen: Wer nichts zu verbergen hat… :/

2009 12. Sep

Es wird echt immer besser. Wenn nicht Kinderporno, dann eben Killerspiele. Hatte ich das letzte Mal ganz vergessen. Wozu also führen Killerspiele? Klar, zu Amokläufen. „Der Experte“ kann es sogar noch genauer sagen:

Der psychiatrische Gutachter Reinmar du Bois geht dem «Spiegel» zufolge davon aus, dass «Ego Shooter»-Computerspiele Einfluss auf das spätere Tatgeschehen hatten. Du Bois teilt den Amoklauf in zwei Phasen ein. In einer ersten Phase habe Tim K. seine Erfahrungen in dem Ballerspiel «Counter Strike» in die Realität umgesetzt. Seine spätere Flucht vor der Polizei und die Geiselnahme mit vorgehaltener Pistole gleicht dem Gutachter zufolge «dem Handlungsschema aus dem Spiel «Far Cry 2». Dieses Computerspiel hatte Tim K. Weihnachten 2008 von seiner Mutter geschenkt bekommen.
Quelle: Süddeutsche

Das Schlimme ist, dass diese Meinung offenbar nicht nur die aufgeweichten Hirne irgendwelcher Politiker, sondern die einer ganzen Generation von Menschen durchzieht. Und dass ein „Experte“ sich zu einer Aussage wie oben hinreissen lässt, spricht m.E. nur dafür, dass dieses ganze Metier der „Psychologen“ eben nicht das zu leisten im Stande ist, was Ihnen landläufig nachgesagt wird.

Es ist doch so: wenn ich mich dazu entschließe, Amok zu laufen, Geiseln zu nehmen oder was auch immer, dann gleichen meine Handlungen so ziemlich allen Shootern, die es zu kaufen gibt. Egal wie ich es tue oder wann oder womit.

Und überhaupt: hat jemand FarCry 2 gespielt? Wo ist denn da bitte die „Flucht vor der Polizei“ oder die „Geiselnahme mit vorgehaltener Waffe“? Wenn ich mich richtig erinnere, dann musste man da in der Savanne Afrikas (also eigentlich fast ganz genauso wie die Straßen von Winnenden) Söldneraufträge für rivalisierende Bürgerkriegsparteien und Drogenbarone ausführen (also eigentlich ganz haargenau so wie das Drama in Winnenden inhaltlich gelagert war!) 😉

Da wird wieder mal die Angst dieser ganzen Generation deutlich vor etwas, dass sie nicht kennen und das ihnen daher suspekt ist. Also werden ihre Ängste dort hinein, und nur dort hinein, projeziert. Egal wie an den Haaren herbeigezogen das auch sein mag. Ich hoffe, dass ich niemals von der „Analyse“ eines Psychoquacksalbers vor Gericht abhängig sein werde…

Preisfrage (Update):

Aus welchem Killerspiel hat er wohl das hier? (Mit Messer, Axt und Molotow-Cocktails in der Schule marodieren). Lasst mich einfach kurz vermuten: sie werden Counterstrike auf seinem Rechner finden!

Update II (8. November 2009)

Offenbar war der oben zitierte Experte tatsächlich nicht soooo der Experte 😀

2009 08. Sep

Aus der Serie „die Denke der ewig Gestrigen“:

[…] Mit der Open-Source-Software „TrueCrypt“ lassen sich Festplatten chiffrieren und somit zum Beispiel auch Kinderpornos verstecken; […]

Quelle: SPIEGEL Online, Hervorhebung: ich.

Könnte auch von Frau von der Leyen stammen… Ich kriege langsam echt zu viel. Alles PC-Security-Bezogene ist mittlerweile nur noch dafür da, Kinderpornos zu erstellen, zu verbreiten oder…naja, aber irgendwas mit Kinderpornos eben.

Kinderpornos sind anscheinend der Terrorismus 2.0, als Ersatz für die abklingende Erinnerung an 9-11 („Terror 1.0“).

Wie wäre es denn mal mit den naheliegenden Begründungen wie „Schutz der persönlichen Daten bei Diebstahl“? Und warum muss ich eigentlich überhaupt begründen, dass ich meine Daten verschlüssele? Ich muss doch auch nicht begründen, wenn ich meine Wohnung abschließe oder mein Auto…

2009 13. Aug

Hier nur mal ein kleiner Vorgeschmack, worauf das hinausläuft. In Großbritannien waren es 2008 über 500.000 Abfragen von Verkehrsdaten in einem Jahr.

Bei rund 60 Mio. Einwohnern und einer angenommenen Internetnutzungsquote von ca. 65% [1] macht das 39 Mio. Internetnutzer. Das bedeutet, dass in nur einem Jahr 1,3% aller Internetnutzer „abgefragt“ wurden.

Noch besser wird es, wenn man sich mal die betroffenen Haushalte vor Augen führt: ca. 25 Mio. Haushalte gibt es [2], damit wären von den Abfragen rund 2% aller Haushalte in nur einem Jahr betroffen.

Was jetzt nochmal interessant wäre: wie viele tatsächliche Verfahren bzw. Verurteilungen auf Grundlage dieser Maßnahmen tatsächlich erfolgt sind. Und es ist ja nur ein Jahr.

Mit dem Aufräumen dieser „Antiterror- und Anti-Kinderporno-Maßnahmenpakete“ werden wir noch Jahrzehnte beschäftigt sein…

2009 12. Aug

Ich würde glatt eine Wette eingehen, dass die -anzunehmende- Schwarz/Gelb-Regierung der nächsten Legislaturperiode eine ernstzunehmende Lücke in ihrem überwachungsstaatlichen Repertoire ausmerzen dürfte: die Möglichkeit, seine eigenen Daten zu verschlüsseln und den Key dafür nicht herauszugeben.

In Deutschland ist kein Angeklagter dazu gezwungen, sich selbst und teilweise auch Dritte durch seine Aussagen zu belasten, das sog. Zeugnisverweigerungsrecht bzw. Aussageverweigerungsrecht nach §55 StPO. Sind die Daten auf einem Datenträger also verschlüsselt und die Beamten bzw. ihre privatwirtschaftlichen Helfersehelfer (z.B. GEMA) nicht in der Lage, sie zu entschlüsseln, dann sieht es beweismittelrechtlich u.U. für einen Angeklagten (zu) gut aus.

Merde. Das ist aber blöd, denn das verhindert, dass Terroristen, Päderasten, Urheberrechtsverbrecher und sonstige Internet-Schmutzfinken -kurz: das deutsche Volk aus Sicht seiner Politiker- beweismittelrechtlich ihrer Vergehen überführt werden können – wohlmöglich verhindert es sogar eine Online-Durchsuchung!

Was läge da näher, als dieses Recht aufzuweichen und mit Verweis auf „Gefahr für Leib und Leben Dritter“ oder „eine Bedrohung für die Bundesrepublik Deutschland“ einen entsprechenden Gesetzgebungsvorschlag zu begründen? Vielleicht noch mit faktisch nicht funktionieredem Richtervorbehalt… Aufweichen kann man danach immer noch, hat ja bei der Vorratsdatenspeicherung und den geplanten Internetsperren auch funktioniert, sogar vor einer Wahl und auch schon vor Verabschiedung des Gesetzes.

Und ausserdem: unsere guten Freunde -die Briten- haben es doch auch möglich gemacht!

2009 02. Aug

Ein sehr lesenswerter Beitrag auf dem lawblog, inklusive einiger interessanter Anmerkungen zum Wesen unseres Grundgesetzes und wie damit im Moment verfahren wird.

Noch einer.

2009 03. Apr

Da fällt einem mal wieder auf, wie schlecht die Bahn rein preistechnisch aufgestellt ist. Diesmal am Beispiel „Köln / Bonn – Hamburg“.

Kosten einer regulären Bahnfahrt Bonn-Hamburg: 90 EUR
Reisedauer: Anreise Bahnhof 20 Min. + Fahrt 4:40h + Abreise Bahnhof 40 Min.
Summe Reisedauer: 5:40h

Kosten Flug (brutto) 86,67 EUR (und das war noch nicht die günstigste Version)
Reisedauer: Anreise Flughafen 30 Min. (+60 Min Chauffeur) + 1:00h Flug + 10 Min. Abreise Flughafen (+ 20 Min Chauffeur).
Summe Reisedauer (inkl. Zeitaufwand für Fahrer!): 3:00h

Zeitersparnis: 2:40h (53%)

Soviel (mal wieder) zu dem Thema…

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