2010 03. Mrz

Wie man aus Ereignissen maximales Boulevard-Kapital schlägt kann der SPIEGEL noch immer von der BILD lernen :D

“Datt Beben in Schihle han unsre Erdax verschohwe. De Weltunnejang kütt.”

Sische datt.

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2009 12. Sep

Es wird echt immer besser. Wenn nicht Kinderporno, dann eben Killerspiele. Hatte ich das letzte Mal ganz vergessen. Wozu also führen Killerspiele? Klar, zu Amokläufen. “Der Experte” kann es sogar noch genauer sagen:

Der psychiatrische Gutachter Reinmar du Bois geht dem «Spiegel» zufolge davon aus, dass «Ego Shooter»-Computerspiele Einfluss auf das spätere Tatgeschehen hatten. Du Bois teilt den Amoklauf in zwei Phasen ein. In einer ersten Phase habe Tim K. seine Erfahrungen in dem Ballerspiel «Counter Strike» in die Realität umgesetzt. Seine spätere Flucht vor der Polizei und die Geiselnahme mit vorgehaltener Pistole gleicht dem Gutachter zufolge «dem Handlungsschema aus dem Spiel «Far Cry 2». Dieses Computerspiel hatte Tim K. Weihnachten 2008 von seiner Mutter geschenkt bekommen.
Quelle: Süddeutsche

Das Schlimme ist, dass diese Meinung offenbar nicht nur die aufgeweichten Hirne irgendwelcher Politiker, sondern die einer ganzen Generation von Menschen durchzieht. Und dass ein “Experte” sich zu einer Aussage wie oben hinreissen lässt, spricht m.E. nur dafür, dass dieses ganze Metier der “Psychologen” eben nicht das zu leisten im Stande ist, was Ihnen landläufig nachgesagt wird.

Es ist doch so: wenn ich mich dazu entschließe, Amok zu laufen, Geiseln zu nehmen oder was auch immer, dann gleichen meine Handlungen so ziemlich allen Shootern, die es zu kaufen gibt. Egal wie ich es tue oder wann oder womit.

Und überhaupt: hat jemand FarCry 2 gespielt? Wo ist denn da bitte die “Flucht vor der Polizei” oder die “Geiselnahme mit vorgehaltener Waffe”? Wenn ich mich richtig erinnere, dann musste man da in der Savanne Afrikas (also eigentlich fast ganz genauso wie die Straßen von Winnenden) Söldneraufträge für rivalisierende Bürgerkriegsparteien und Drogenbarone ausführen (also eigentlich ganz haargenau so wie das Drama in Winnenden inhaltlich gelagert war!) ;)

Da wird wieder mal die Angst dieser ganzen Generation deutlich vor etwas, dass sie nicht kennen und das ihnen daher suspekt ist. Also werden ihre Ängste dort hinein, und nur dort hinein, projeziert. Egal wie an den Haaren herbeigezogen das auch sein mag. Ich hoffe, dass ich niemals von der “Analyse” eines Psychoquacksalbers vor Gericht abhängig sein werde…

Preisfrage (Update):

Aus welchem Killerspiel hat er wohl das hier? (Mit Messer, Axt und Molotow-Cocktails in der Schule marodieren). Lasst mich einfach kurz vermuten: sie werden Counterstrike auf seinem Rechner finden!

Update II (8. November 2009)

Offenbar war der oben zitierte Experte tatsächlich nicht soooo der Experte :D

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2009 08. Sep

Aus der Serie “die Denke der ewig Gestrigen”:

[...] Mit der Open-Source-Software “TrueCrypt” lassen sich Festplatten chiffrieren und somit zum Beispiel auch Kinderpornos verstecken; [...]

Quelle: SPIEGEL Online, Hervorhebung: ich.

Könnte auch von Frau von der Leyen stammen… Ich kriege langsam echt zu viel. Alles PC-Security-Bezogene ist mittlerweile nur noch dafür da, Kinderpornos zu erstellen, zu verbreiten oder…naja, aber irgendwas mit Kinderpornos eben.

Kinderpornos sind anscheinend der Terrorismus 2.0, als Ersatz für die abklingende Erinnerung an 9-11 (“Terror 1.0″).

Wie wäre es denn mal mit den naheliegenden Begründungen wie “Schutz der persönlichen Daten bei Diebstahl”? Und warum muss ich eigentlich überhaupt begründen, dass ich meine Daten verschlüssele? Ich muss doch auch nicht begründen, wenn ich meine Wohnung abschließe oder mein Auto…

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2009 14. Mai

Endlich sagt es auch mal wer anders im Kontext der geplanten Internetsperren, hier allerdings am konkreten Beispiel der Enteignung der Domain wikileaks.de durch die Strafverfolgungsbehörden:

Currently Germany and China are the only two countries that are censoring a WikiLeaks domain. We guess that if Germany goes down this censorship route Wikileaks will not be the last news agency or publication that will be banned for writing things that the government prefers not be reported.

Quelle: the Inquirer

Offtopic: im Übrigen finde ich es eine Frechheit sondergleichen, wenn eine Kanzlerin anlässlich der Bundestagsdebatte zum 60jährigen Bestehen des Grundgesetzes den Saal verlässt, wenn (weil?) Oskar Lafontaine spricht. Ich bin kein Freund der Linken, aber der Mann wurde demokratisch gewählt und da finde ich so eine Aktion in so einem Kontext unmöglich. Vielleicht wird er in ein paar Jahren ja einfach eingelocht, damit er gar nicht erst ins Parlament kommt

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2009 30. Apr

Eins schöner, aber leider kurzer Artikel in der ZEIT beschreibt das Dilemma der Diskussion rund um die Anpassungserfordernisse beim Urheberrecht: Open Access, Pirate Bay, Napster, alle hängen sie da mit dran.

Um es kurz zu fassen: das eine Lager argumentiert mit den armen Künstlern, die ihrer Lebensgrundlage beraubt werden. Die andere Seite führt die Informationsfreiheit an. Beide Seiten argumentieren mitunter sehr schwammig, wenn es um die Untermauerung ihrer Position geht.

Der Kern der Sache ist aber sehr einfach: es geht um die Tatsache, dass eine neue Technologie eine etablierte Wertschöpfungskette zerschossen hat. Die Stufe “Publizist” wird einfach und zu null Kosten übersprungen, das kann heute jeder selbst und tut es auch zunehmend. Jetzt geht es um die Frage, ob man aus wirtschaftlichem oder gesellschaftlichen Interesse die alte Wertschöpfungskette zu zementieren versucht (Position der Rechteverwerter) oder ob man die nicht mehr zwingend notwendigen Teile abschafft oder wenigstens optional macht (Position der Netzgemeinde). Dieser Verteilungskonflikt ist nur deswegen so brisant, weil sich im Laufe der Zeit viele Institutionen gebildet haben, die wirtschaftlich von der alten Wertschöpfungskette abhängig sind bzw. deren Anspruch auf ihren Platz in der Wertschöpfungskette sogar gesetzlich verankert wurde (GEZ).

Meine Meinung dazu: als Autos erschwinglich wurden, hat da jemand die Pferdezüchter und Kutschenhersteller unterstützt? Haben sich Pferdekutschen durchgesetzt oder Autos? Pferdekutschen gibt es bis heute, in einem Nischenmarkt, der aber nicht unattraktiv ist. Jeder der so ein Teil mal für eine Hochzeit buchen wollte, weiß warum.

Ich denke es geht beides: Verwerter und Publizisten werden immer nötig sein, weil nicht jeder Content-Produzent auch z.B. High-End-Marketing betreiben kann, das für Premium Produkte hilfreich bis notwendig ist. Aber das darf man nicht zementieren, denn das ginge zu Lasten der Vielfalt und auch von Nischen, die sich dann gar nicht bilden.

Ist aber auch egal, denn das Internet ist eine technologische Evolution. Und gegen die Evolution kann man sich langfristig nicht stemmen.

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2008 02. Jun

Gestern abend habe ich eine E-Mail-Benachrichtigung über einen neuen Kommentar erhalten. Dieser lautete:

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Ist ja jetzt nichts Wildes – denkt man im ersten Moment. Aber das Bloggerhirn ist mittlerweile so versaut, dass nur wenige Sekunden später eine ganze Kaskade kritischer Gedanken durch den Schädel jagt, die einem die nächsten 15 Minuten ganz sicher beschäftigen und auch Tage danach noch hier und da hochkommen.

  1. Warum schreibt jemand so einen Kommentar unter einen so techniklastigen, also eher “neutralen” und daher meinungstechnisch unkritischen Beitrag?
  2. Wer steckt hinter www.westerwelle.com?
  3. WARUM ZUM TEUFEL MUSS DAS AUSGERECHNET EIN JURIST SEIN!?
  4. Würde sich ein Jurist so undifferenziert äußern?
  5. Will dieser Jurist wohlmöglich durch einen Eintrag mit verunglimpfendem Inhalt über seine eigene Person eine abmahnungsfähige Situation herstellen?
  6. Warum ich? :D

Egal, könnte man jetzt sagen, das alles bietet ja keinerlei Beweis für Irgendetwas, das man abmahnen könnte? Ganz sicher??? Nein, sicher sein kann man da eben nicht, denn irgendwelchen unterbeschäftigten Juristen fällt sicherlich immer irgendwas ein, wie sie sich bereichern können.

Und solange solche Damoklesschwerter permanent über jedem Blogger schweben, solange macht das nicht so richtig Spaß. Helfen tut da nur 100%ige Anonymität oder ein paar Gesetzesänderungen hier und da…

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2008 14. Feb

Soeben bin ich über eine kleine Newsmeldung gestolpert, die wieder einmal vor Augen führt, dass selbst -oder vielleicht gerade- die Platzhirsche der Informationsökonomie immer wieder denselben Fehleinschätzungen aufsitzen, die sich mitunter in defizitären Unternehmensbeteiligungen, noch defizitäreren Spin-Off-Gründungen oder einfach unprofitablen Aktivitäten äußern.

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