2011 22. Sep
Ich habe mich ja immer gefragt, was da bei HP eigentlich abgeht. Wir erinnern uns:
Im August 2010 tritt HP-CEO Mark Hurd zurück. Grund: er hatte wohl eine “externe Mitarbeiterin” lüstern angeguckt, was in den Staaten als “sexual harrassment” untragbar ist. Im Ernst, er unterhielt wohl eine sexuelle Beziehung zu ihr (Gotteslästerung! Werft den Purchen zu Poden!), der “Fail” daran war wohl nur, dass so etwas nach HP-Richtlinien nicht “erlaubt” war. Was für ein Fascho-Konzern. Ich dachte immer nur Apple wäre so… Jedenfalls hat Oracle seinerzeit schnell reagiert und Mark Hurd im September 2010 als President eingestellt.
Auf Hurd folgt bei HP Leo Apotheker, der vorher den deutschen SAP-Konzern erfolgreich niedergewirtschaftet hatte (Aktienkurs SAP wärend Apothekers Amtszeit). Seine erste Großtat bei HP war es im August 2011, zu verkünden, dass HP seine profitable und weltweit marktführende PC-Sparte abspalten wolle, um sich zukünftig voll auf Software und Daten zu spezialiseren.
Ich habe das mit der PC-Sparte bei HP unter strategischen Aspekten nie verstanden. Warum gibt man in einem extrem umkämpften Markt eine deutliche Marktführerschaft auf, um sich in einen extrem intensiven Wettbewerb zu stürzen, bei dem alle Wettbewerber weiter sind als man selbst?! Heute las ich dann -oh Wunder-, dass Apotheker wohl vor dem Rauswurf steht.
Und wenn ich mir die Entwicklung von HP vs. Oracle seit September 2010 mal ansehe, dann weiß ich auch sofort, warum das wohl die richtige Entscheidung ist
Vielleicht sollte sich HP überlegen, ob es nicht besser wäre, Mr. Hurd zurückzuholen…
2011 11. Sep
10 Jahre ist es jetzt her. Ich erinnere mich noch an den Tag. Ich brachte damals eine flüchtige Bekanntschaft zum Bahnhof in Frankfurt, eine US-Amerikanerin witzigerweise, die nach Frankreich weiterreisen wollte. Ich kam vom Gleis zurück und merkte an der Atmosphäre, dass irgendwas anders war als sonst. Die Menschen standen alle stumm vor der Großbildleinwand und achteten überhaupt nicht auf ihr Gepäck, das neben ihnen auf dem Boden lag (was am HBf in FFM sonst nie der Fall ist). Ich blieb nur ganz kurz stehen, sah es im WTC rauchen, hörte neben mir das Gemurmel von “…Flugzeug reingeflogen…” und dachte nur: “Naja, irgendeiner mit ner Sportmaschine reingerast, vielleicht ein das Funkfeuer vom Flughafen kaputt oder ein irrer Selbstmörder oder so…”. Weit gefehlt.
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2011 17. Jul
Damals war ich ein Kind und hatte keine Ahnung. Was mir später in der Schule im Geschichtsunterricht vorgebetet wurde, stimmte nur teilweise, wie ich jetzt erfahre. Von wegen die USA als weiße Ritter. Durch eine Sendung auf 3Sat wurde eben mein Geschichtsbild ziemlich deutlich revidiert. 1983 – Welt am Abgrund.
- 1983 kam es fast zum Atomkrieg zwischen USA und Russland, viel akuter als z.B. während der Kuba-Krise.
- Die Amerikaner waren daran nicht unschuldig: wenige Wochen vor der fast-Katastrophe haben amerikanische Kampfjets mit Absicht den russischen Luftraum über Kamtschatka verletzt, um die Flugabwehrstellungen der Russen zu enttarnen.
- Wenige Tage danach schossen die Russen einen zivilen koreanischen Jumbo-Jet mit 269 Menschen an Bord ab, der vom Kurs abgekommen war. Sie befürchteten einen US-Bomber und nicht weit von dem Jumbo flog tatsächlich ein US-Aufklärer seine Runden.
- Deutschland wäre aufgrund der hier stationierten US-Atomraketen “Pershing-2″ Ziel für über 100 Nuklearsprengköpfe der Russen gewesen.
- Ein einziger Mann hat in der Kommandozentrale der russischen Satellitenstation den Atomkrieg durch eine Bauchentscheidung verhindert – er glaubte nicht daran, dass -wie der Satellit meldete- 5 US-amerikanische Atomraketen starten würden. Der Mann heißt Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow und ein paar Millionen Deutsche und weitere zig Millionen Menschen in aller Welt verdanken ihm ihr Leben, ohne es zu wissen.
- Petrow lebt heute verarmt in der russischen Stadt Frjasino. 2004 erhielt Petrow einen Preis von dem Amis – inklusive 1.000 Dollar.
Irgendwie sollte man den flattrn können. Oder PayPal donaten. Oder sonstwas. Das wäre wohl das mindeste und ich könnte mir vorstellen, dass da Einiges zusammenkäme.
2011 13. Mrz
Wenn ich die Beiträge rund um die drohende bzw. schon eingetretene Katastrophe in Fukushima / Japan lese, desto stärker drängt sich mir der Verdacht auf, dass weltweit ein Interessenkartell aus Energiekonzernen, “Experten” und -wie immer- ahnungslosen Politikern Atomkraftwerke gebaut und in der Diskussion verteidigt hat, die bauartbedingt gar nicht in der Lage sind, einen größeren Unfall bzw. eine Kernschmelze zu bewältigen.
Beispiel aus der Süddeutschen Zeitung:
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2011 31. Jan
Die Chinesen haben offenbar Angst vor nordafrikanischen Verhältnissen. Meiner Meinung nach zu Recht. Ich habe schon immer gesagt, dass ich glaube, dass sich mit zunehmender Bildung auch der Wunsch nach politischer Partizipation breit machen und irgendwann in einer -so oder so gearteten Revolte- entlädt.
Danach wird es zum Einen wahrscheinlich einen höheren Augenmerk auf das Sozialwesen geben, zum Anderen mit Sicherheit weniger ausländische Investitionen und Wachstum, da Unruhen immer schlecht sind für’s Geschäft.
Bildung, Wissen und Information sind schon feine Sachen. Kippe genug davon in genügend viele Köpfe und alles andere regelt sich so ziemlich von selbst, siehe auch Ägypten und Tunesien, wo die Revolten maßgeblich durch gut ausgebildete, junge Menschen getrieben werden – und zwar nicht in Richtung des gefürchteten Islamismus, sondern in Richtung Freiheit und Demokratie.
Andere führen Kriege dafür. Wäre mal interessant, wie viele Menschen man hätte ausbilden können mit dem Geld, das die USA in den letzten zehn Jahren in ihre Kriege gesteckt haben.