2007 02. Sep

Es ist mal wieder soweit: die Darstellung Mohammeds (oder wie immer man den schreibt) mit Hundekörper in einer schwedischen Zeitung löst -mal wieder- Massenproteste mit den üblichen Hassbekundungen aus: Flaggen-, Puppen und sonstige Verbrennungen, Demos, Rufchöre, das volle islamistische Programm eben.

Die Bilderstrecke zum Artikel war dieses Mal aber besonders sehenswert. Während man sonst immer hasserfüllte Fratzen mit Bärten und weißen Kitteln sieht, diesmal ein etwas anders Bild. Vordergründig brennt eine Puppe, aber sehen wir uns mal die Gesichter dahinter in einer vergrößerten Darstellung an:

Also, für mich sehen die nicht besonders evil aus. Eher wie eine Horde recht junger, Fun-orientierter Menschen, denen gar nicht so recht klar ist, wie ihr Tun bei uns ankommt. Wäre mal interessant zu erfahren, ob diese Formen des Diskurses (Puppen verbrennen etc.) nicht vielleicht ganz normal sind da unten. Also nicht nach dem Motto: “Hey, wenn wir könnten, dann kämen wir zu euch und würden euch live verbrennen” sondern eher in die Richtung “wir finden es echt scheisse, dass ihr unseren religiösen Obermacker so gezeichnet habt und deswegen verbrennen wir ‘ne Schwedenpuppe, gehen nach Hause und tätscheln unserer kleinen Tochter das Köpfchen und alles ist gegessen”.

Könnte es dann nicht auch sein, dass diejenigen Muslime, die hier in Europa Attentate planen und begehen, dies aus einem falsch verstandenen Verständnis solcher Vorgänge heraus tun? Ich meine, die sind auch meist nicht dort, sondern hier aufgewachsen und interpretieren sowas vielleicht genauso falsch wie wir. Aus einem Gefühl der Solidarität mit ihren Glaubensbrüdern heraus, wobei die Prämissen eben falsch aufgefasst werden.

Dann wären das Problem in der Tat einige A****geigen, die diesen Umstand instrumentalisieren für ihre politischen Ziele.

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2007 30. Aug

Mein Eindruck der Häufigkeit solcher barbarischen Vergehen unschönen Vorkommnisse will irgendwie nicht so recht zur Realität passen.

Geht das nur mir so, oder hat man in den letzten Jahren tatsächlich das Gefühl, dass schwere Vergehen von Jugendlichen häufiger werden? Oder wird nur mehr darüber berichtet?

Nachdem ich mal wieder Lust auf eine kleine Recherche hatte, kam aufgrund der Polizeilichen Kriminalstatistiken der Jahre 2000-2006 folgendes zu Tage:

Die Gesamtzahl von Kapitalverbrechen, denen Jugendliche (14-18 Jahre) und Heranwachsende (19-21 Jahre) zum Opfer fielen, schwankt, lässt aber leider über den kurzen Zeitraum keinen Trend erkennen. Zudem muss man anmerken, dass es sich sowohl um versuchte, als auch um vollendete Delikte handelt.

Die Statistik ist auch nur bis 1997 in dieser Form verfügbar, davor wird es etwas haarig und dafür reichte meine Motivation dann doch nicht mehr.

Etwas anders sieht es dann mit den Tätern aus. In der Grafik wiederum abgebildet sind Tatverdächtige zwischen 14 und 21 Jahren. Recht interessant finde ich die Entwicklungen bei den Kapitalvergehen in Zusammenhang mit Raub: bei diesen Delikten zeichnet sich mit einem ziemlich plötzlichen Peak in 2002 zwischen 2002 und 2005 ein deutlicher Rückgang an, zufällig korelliert das ziemlich genau mit der ökonomischen Entwicklung. Niedrige Deliktrate bis 2001 (wir erinnern uns: der Dotcom-Boom, die Volksaktie etc. pp.), danach in die mageren Jahre hinein ein Anstieg und nach 2003 -alles wurde wieder besser- eine Entschärfung. Die Aussage: als es wieder bergauf ging, haben relativ betrachtet weniger Jugendliche andere Jugendliche (& jeweils Heranwachsende) beraubt, vergewaltigt, ermordet. Wie beruhigend.

Diese Entwicklung gilt nur nicht bei den Opfern, die sind z.B. 2006 sprunghaft angestiegen.

Da ja aber die Tatverdächtigen in dieser Altersgruppe eindeutig weniger häufig als Täter auftraten, die Opfer jedoch in derselben Gruppe zunahmen, liegt der Schluss nahe, dass erwachsene Täter verstärkt junge Opfer überfallen und ggf. ermorden / totschlagen etc. pp. Sind das die Langzeitarbeitslosen? Neureiche Yuppies, die den Kick brauchen?

Wie auch immer, eines habe ich jetzt mit völlig übertriebenem Aufwand rausgefunden: nein, statistisch gesehen gibt es keinen sprunghaften Anstieg von Kapitalverbrechen gegen 14-21 Jährige, jedenfalls nicht bis 2006. Meine hypothetischen Kinder sind also noch sicher und nein, unser Land ist noch nicht ganz dem Untergang geweiht. Nur ein bisschen vielleicht.

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2007 01. Aug

Du bist dagegen, dass in Zukunft verdachtsunabhängig jegliche Telekommunikationsdaten für ein halbes Jahr lang gespeichert werden müssen? Ein Überwachungsstaat a la Schäuble 2.0 gefällt dir nicht ganz so gut, wie den in Berlin von uns bezahlten, aber nicht so ganz in unserem Sinne arbeitenden anwesenden sich herumtreibenden Politikern?!

Heul’ nicht, tu etwas! L’état, c’est toi!

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2006 24. Okt

Na, wenn das mal kein Potential für unzufriedene Unruhestifter ist. Bin mal gespannt, wie viele Millionen von denen die ach so disziplinierte, überlegene [weitere euphemistische Umschreibungen hier] kulturelle Tradition der Chinesen aushält…

Habe ich ja auch schon vorher gesagt :)

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2006 11. Jul

…oder Justiz, oder Verwaltung, oder Exekutive? Ähm, sorry, vergessen wo genau, wahrscheinlich überall.

Der italienische Justizminister fordert Milde bei den Freitag oder Samstag erwarteten Urteilen gegen die Akteure des Korruptionsskandals. Begründung: Der Sieg in Berlin müsse berücksichtigt werden.

Hallo? Kann mal jemand da hinfahren und denen ein vernünftiges Rechtsverständnis beibiegen? Könnten sie bei der Gelegenheit auch gleich mal für ihre Amtsträger anwenden.

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