2011 11. Sep
internet

10 Jahre ist es jetzt her. Ich erinnere mich noch an den Tag. Ich brachte damals eine flüchtige Bekanntschaft zum Bahnhof in Frankfurt, eine US-Amerikanerin witzigerweise, die nach Frankreich weiterreisen wollte. Ich kam vom Gleis zurück und merkte an der Atmosphäre, dass irgendwas anders war als sonst. Die Menschen standen alle stumm vor der Großbildleinwand und achteten überhaupt nicht auf ihr Gepäck, das neben ihnen auf dem Boden lag (was am HBf in FFM sonst nie der Fall ist). Ich blieb nur ganz kurz stehen, sah es im WTC rauchen, hörte neben mir das Gemurmel von “…Flugzeug reingeflogen…” und dachte nur: “Naja, irgendeiner mit ner Sportmaschine reingerast, vielleicht ein das Funkfeuer vom Flughafen kaputt oder ein irrer Selbstmörder oder so…”. Weit gefehlt.

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2011 31. Jan

Die Chinesen haben offenbar Angst vor nordafrikanischen Verhältnissen. Meiner Meinung nach zu Recht. Ich habe schon immer gesagt, dass ich glaube, dass sich mit zunehmender Bildung auch der Wunsch nach politischer Partizipation breit machen und irgendwann in einer -so oder so gearteten Revolte- entlädt.

Danach wird es zum Einen wahrscheinlich einen höheren Augenmerk auf das Sozialwesen geben, zum Anderen mit Sicherheit weniger ausländische Investitionen und Wachstum, da Unruhen immer schlecht sind für’s Geschäft.

Bildung, Wissen und Information sind schon feine Sachen. Kippe genug davon in genügend viele Köpfe und alles andere regelt sich so ziemlich von selbst, siehe auch Ägypten und Tunesien, wo die Revolten maßgeblich durch gut ausgebildete, junge Menschen getrieben werden – und zwar nicht in Richtung des gefürchteten Islamismus, sondern in Richtung Freiheit und Demokratie.

Andere führen Kriege dafür. Wäre mal interessant, wie viele Menschen man hätte ausbilden können mit dem Geld, das die USA in den letzten zehn Jahren in ihre Kriege gesteckt haben.

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2010 26. Okt

Seit Jahren wird der geneigte Konsument mit einer zunehmenden Zahl solcher Medienprodukte konfrontiert, die irgendwie mit “Kochen” zu tun haben. Das Strickmuster ist ähnlich komplex wie die einschlägigen Fernsehserien der späten 80er und frühen 90er Jahre, eine Art Baywatch der Ernährungsfetischisten mit künstlerischem Anspruch.

Aber von Anfang an: Ende der 90er Jahre begannen immer mehr Mitmenschen gehobener Bildungs- und Einkommensschichten, “Kochen” in auffälliger Häufung und in mannigfaltigen Varianten in ihren Lebensläufen als Hobby anzugeben. Schon damals war mir diese Häufung suspekt und erweckte den Eindruck, dass die Leute mangels echter Interessen irgendeine Füllung für diesen gefühlt wichtigen Teil des Lebenslaufes benötigten. Natürlich musste dieser gewissen Ansprüchen genügen:

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2008 02. Nov

Wir wohnen in einer Fußgängerzone. Das ist ab und an problematisch, wenn man mal sechs Getränkekisten im Auto hat oder Möbel anliefern lässt etc. pp. Man darf als Anlieger “einfahren” und zwar Montag bis Freitag von 9.00 bis 11.00 Uhr und Samstag von 7.00 Uhr bis 9.00 Uhr.

Nun, manchmal ist man mal ein bisschen Robin Hood, parkt seine Getränkekästen im Auto und erdreistet sich, z.B. Sonntags vorzufahren oder spät Nachts, wenn man aus dem Urlaub wiederkommt und das Gepäck abladen will. Bis jetzt habe ich damit nie Probleme gehabt, einige Male kam sogar das Ordnungsamt vorbei während dieser ordnungswidrigen Machenschaften, aber die hatten immer Verständnis und sind einfach weitergegangen. Wir sind zudem nicht die Einzigen, es gefährdet, behindert oder stört ja auch niemanden.

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2008 03. Mai

Über das Phänomen kann man diskutieren und auch, ob es unvermeidlich ist in Zeiten des Internet, ob es gut oder schlecht ist oder ob ein “geistiges Eigentum” überhaupt Sinn macht. Aber eines liegt auf der Hand, nämlich der Grund dafür:

Die Leute sind schlicht und einfach opportunistisch und /oder zu dumm, um eigene Werke zu produzieren. In den meisten Fällen einfach zu beschränkt in ihrer Fähigkeit zu denken, zu strukturieren und zu formulieren. Habe ich an der Uni selbst erlebt. Also plagiieren sie, weswegen das Internet für die Eigenständigkeit des Denkens Fluch und Segen zugleich ist: es gibt mehr Input, aber auch mehr Vorgefertigtes, an dem sich reichlich bedient wird.

Die Fleischtheke der Moderne sozusagen.

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