2009 26. Jun

Man soll ja immer das Positive sehen:

1) Definition von Armut in Deutschland bzw. der OECD: Die Armutsgrenze erreicht man, wenn man weniger als die Hälfte des Medianeinkommens erzielt (netto, also nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben; Median: 50% der Einkommen liegen höher, 50% liegen niedriger).

2) Das Median-Netto-Einkommen (monatlich) betrug bspw. 2003 in Deutschland 1667 EUR. [vgl. Stat. Bundesamt, S. 1185].

Arm ist man in Deutschland also, wenn man weniger als ca. 840 EUR im Monat netto zur Verfügung hat.

3) Durch die Krise (TM) dürfte dieses Medianeinkommen deutlich sinken, weil zum Einen mehr Menschen arbeitslos werden und danach erst Arbeitslosengeld und später ggf. Hartz IV beziehen, zum Anderen weil die Löhne bei Millionen von Arbeitnehmern verringert wurden, bspw. durch Kurzarbeit, Lohnverzicht etc.

4) Die Armutsschwelle sinkt also um einen gewissen Wert, zusammen mit dem Medianeinkommen. Ich gehe mal davon aus, dass die Leute, die 840 EUR netto im Monat bekommen, aber auch weiterhin nicht wesentlich weniger haben werden, denn grob gerechnet entspricht das einem Bruttolohn von ca. 7 EUR die Stunde bei 40 Stunden in der Woche. Weniger dürfte also kaum gehen, zumal man dann bald in den Bereich “Hartz IV + Sachleistungen” kommt. Fällt man trotzdem darunter, wird man daher zum “Aufstocker” – der Staat schießt also Geld zu, um die Mindestversorgung sicherzustellen. Viele Haushalte mit einem Kind haben ohnehin mehr als 1600 EUR netto im Monat (entspräche damit 2 Erwachsenen a 800 EUR p.P.) allein durch den Bezug von Sozialleistungen (und da sind die Sachleistungen noch nicht mit drin, also Wohnung, Strom, Wasser etc., die der Normalverdiener selbst zahlen muss).

Ergo: Die Armutsgrenze müsste betraglich sinken, die Anzahl derer, die noch unter der gesunkenen Grenze liegt, dürfte aber bei weitem nicht so stark zunehmen, dass dieser Effekt ausgegelichen würde. Die Armut nähme also ab. Jucheissasa. Jetzt suche ich nur noch eine Quelle dafür, mal schauen was SOEP und Konsorten so hergeben…

PS: Da sieht man mal wieder, was man alles mit Statistik machen kann. Weniger arm wird durch den ganzen Spökes ja kein Mensch, ich meine Hand aufs Herz: was soll man bitte mit 840 EUR im Monat machen, ausser sich nach der Arbeit irgendwo in eine dunkle Ecke legen?! :(

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2009 28. Jan

Es ist schön zu sehen, dass die “Experten” sich einig sind: das Spektrum der Möglichkeiten zum weiteren Verlauf der Krise ist eng, es reicht nur noch von “die Welt ist auf mehrere Jahre im Arsch” bis zu “im Sommer 2009 lassen wir die Korken knallen“!

Das Ganze bei derselben Quelle (ZEIT) an einem Tag. Schön, wenn man eine dezidierte Meinung hat.

Ich sage:

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2009 01. Jan

Einfach mal von oben nach unten lesen, nomen es omen.

Ein Hasardeur ist übrigens noch nichtmal in der Wikipedia definiert, dafür muss man noch tiefer graben, was mich sehr gewundert hat. Zu meiner Zeit hat man das noch in der weiterführenden Schule gelernt :D

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2008 13. Okt

Für augenblicklichen Gewinn verkaufe ich die Zukunft nicht.
-Werner von Siemens

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
-Albert Einstein

Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.
-Max Frisch

Hätten sich alle daran gehalten, hätten wir einige sehr ärgerliche, aktuelle und teure Probleme nicht.

Ergänzungen immer gern willkommen :D

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2008 24. Sep

Frei nach Heinrich Heine :D

Das kommt dabei raus, wenn man zu viel Zeitung liest, gleichzeitig Musik hört und Rotwein trinkt. Es wäre übrigens theoretisch nur in der Vertonung von Robert Schumann richtig gut…

In Wall Street, da waren zwei Banker voll Gier,
Die wurden bei Lehman gegangen.
Und als sie saßen beim den letzten Bier,
Sie ließen die Köpfe hangen.

Da hörten sie alle die traurige Mär:
Dass viel Geld verloren gegangen,
Besiegt und geschlagen der Marktjünger Heer,
und die Welt blickt gespannt voller Bangen.

Da weinten zusammen die Banker hier
Wohl ob der kläglichen Kunde.
Der eine sprach: »Wie weh wird mir,
Kritik schäumt aus aller Munde!«

Der andre sprach: »Das Lied ist aus,
viel Banken werden sterben,
Die haben nichtmal Wert im Haus
den Eignern zu vererben.«

»Was schert mich Wert, was schert mich Geld,
Ich habe die bess’ren Visionen;
Lass den Staat bezahl’n, mache ihn zum Held,
das Volk zahlt, das wird sich schon lohnen!

Zur Rettung, Bruder, eine Bitt‘:
Ich tu, als ob ich sterbe,
So nimm meinen Körper zur Wall Street mit,
und leg mich in Wall Streets Erde.

Den Jahresbonus und nen Scheck,
sollst du aufs Herz mir legen;
das Notebook, nimm es mir nicht weg,
und gib mir Buffets Segen!

So will ich liegen und horchen still,
nur scheintot in meinem Grabe,
bis einst ich höre der Bullen Gebrüll
Und sehe das alte Gehabe:

Dann stürmen die Broker wohl über mein Grab,
Viel Buchgeld wird aus Nichts erschaffen,
dann schreib ich die Orders direkt aus dem Sarg,
und kämpf mit den alten Waffen!«

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