2012 20. Feb
people

Vorweg: Es ist länger geworden, als ich dachte :) 10 Min. solltet ihr schon mitbringen…

Sozial ist ja irgendwie DAS nächste große Ding. Seit 10 Jahren. Kaum ein Tag, an dem nicht ein Artikel über die 100-Mrd-Dollar-Bewertung von Facebook erscheint, die glamouröse Zukunft der sozialen Netzwerke und so weiter. Ich teile diese Euphorie nicht, aus ganz verschiedenen Gründen. Im Gegenteil, ich denke sogar, dass soziale Netzwerke schon heute an einem Punkt stehen, wo ihr Wachstum nur noch stattfindet, weil eine riesen Masse an Usern da ist, aber sich schon große Probleme damit abzeichnen, wie man in Zukunft mehr Geld verdienen, sprich: wachsen will.

Soziale Netzwerke und ihr Geschäftsmodell

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2009 20. Jan

XING wirbt mit folgender Anzeige für den Kooperationspartner und Schuhhändler Goertz.

Von Görtz erhalte ich darauf hin folgende Mail:

Lieber [...],

vielen Dank für Ihre Bestellung im Görtz Online-Shop!

Leider können wir Ihnen für Ihren Auftrag keinen Rechnungskauf anbieten und möchten Sie daher bitten, die Zahlung per Nachnahme vorzunehmen. [...]

“Lieber” geht schonmal gar nicht im geschäftlichen Kontext. Und dann wieder ein Laden, der seine Werbeversprechen nicht einlöst. Ich habe mir erlaubt, ausgewählt zynisch zu antworten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn ich fragen sollte, warum ein Rechnungskauf nicht möglich ist, würden Sie vermutlich diverse ausweichende Sätze schreiben mit dem Ziel, den ungeliebten Begriff “georeferenzierte Daten” zu vermeiden. Wenn Sie individuelle Bonitätsdaten verwenden würden, hätten Sie in einem Rechnungskauf in meinem Fall kein Problem gesehen.

Wie dem auch sei: Ihr Kooperationspartner, die XING AG, wirbt auf seiner Webseite mit folgenden Worten:

10 % Preisvorteil auf alle Schuhe und Accessoires bei goertz.de

* XING Premium-Mitglieder sparen exklusiv 10 %
* Täglich neue Schuhe und Accessoires
* Risikoloser Kauf auf Rechnung
* 14-tägiges Rückgaberecht
* Schnelle Lieferung per Hermes

Sie sollten also ggf. erwägen, den dritten Punkt zu streichen oder aber Ihr Werbeversprechen einzulösen, wobei ich mir sicher bin, dass es sich bei der Aussage um einen schrecklichen Übermittlungsfehler zwischen Ihnen und XING handelt.

Da meine Bonität glücklicher Weise so gut ist, dass ich auf 10% Rabatt nicht angewiesen bin, dürfen Sie meine Bestellung umgehend stornieren. Das gilt auch für den Fall, dass Sie Ihre Meinung ändern sollten. Sie unterstützen mit dieser Umverteilungsmaßnahme übrigens die durch die aktuelle Rezession gefährdeten Fachgeschäfte in Wiesbaden.

Mit kaufmännischen Grüßen,

Nachtrag, gleicher Tag, 2 Stunden später
Der SCHUFA UpdateService hat mir eine SMS geschickt mit der Info, dass Görtz meine Daten am 18.1.2009 angefragt hat. Die nutzen also heute schon individuelle Bonitätsinformationen. Warum bei einem Score von über 97% trotzdem kein Rechnungskauf möglich ist – keine Ahnung.

Nachtrag, Freitag 23.01.2009
Görtz online hat mich angerufen und mir angeboten, aufgrund einer erneuten internen Rücksprache doch den Rechnungskauf zuzulassen, zudem versandkostenfrei. Ein guter Schachzug, aber ich habe dankend abgelehnt – die Schuhe stehen jetzt schon bei mir im Schrank. Aber eines muss man Görtz lassen: das Customer Relationship Management funktioniert sehr gut, als Kunde gefällt mir so eine Reaktion und ich ziehe daher in Erwägung, zu einem späteren Zeitpunkt einen Online-Kauf bei Görtz zu probieren.

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2008 08. Feb

Man wird ja verwöhnt mit der Zeit und da bietet sich die Bequemlichkeit des Internet an, seinen Luxustrieb so richtig auszuleben. Nachdem meine sauberen Freunde mich zu meinem letzten Geburtstag mit einem iPod nano ausgestattet haben, hänge auch ich an der Nadel des iTunes Music Store. Allerdings sehr selektiv, bisher habe ich nur 22 Stücke gekauft.

Für eines eignet sich iTunes allerdings hervorragend: die Suche nach bestimmten Aufnahmen klassischer Musik. Die Sache ist die: nach der jahrelangen Indoktrination mit bestimmten Aufnahmen gibt man sich mit irgendeinem Don Giovanni nicht mehr zufrieden, man will einen ganz bestimmten. Ruggero Raimondi in diesem Fall, den ich wegen sauberer Coloraturen, die sehr geschmeidig rüberkommen, sogar dem legendären Ezio Pinza vorziehe. Wer möchte, kann sich den Unterschied mal zu Gemüte führen, das sind Welten. Vielleicht auch deswegen, weil Pinzas gute Aufnahmen pre-1945 sind und daher wenig mit Stereo und Klangqualität zu machen ist.

Das große Problem mit iTunes aber bleibt: mit 128 KBit/s in AAC kann man als Klassik-Hörer nix anfangen. Und die Aufnahme, die ich kenne und liebe, die gibt es nur noch bei meinen Eltern auf Schallplatte. Also geht es morgen in den kleinen, feinen Klassik- und Jazzladen der Stadt und exakt diese Aufnahme wird gekauft. So hat sich das Apple sicher nicht vorgestellt, aber was solls. Solange ich einen Track nicht für 0,99 Cent wahlweise in AAC oder MP3 in jeweils 128, 256 oder 320 KBit/s bekomme oder lossless als FLAC, das alles ohne DRM, solange können die mir mal sowas von irgendwo runterrutschen…

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2006 11. Mai

Ahhhh, endlich! Google hat nach Jahren des Wartens mal wieder was auf den Markt geschmissen. Vier neue Tools, von denen drei wirklich komplett neu sind.

  • Google Co-op
    Sowas wie del.ici.ous oder wie auch immer. Plagiat also.
  • Google Trends
    Eine Art “Charts des öffentlichen Interesses” für bestimmte Su chbegriffe im Zeitverlauf. Wie ein Aktienkurs halt. Vielleicht wird sowas ja tatsächlich der Aktienkurs der Zukunft.
  • Google Notebook
    …ist so neu, dass noch eine 404-Seite dasteht. Irgendwie soll man damit im Browserfenster Internet-Content kopieren können, als Notizbuch oder sowas ähnliches.

Also entweder die Firma ist verdammt clever, oder verdammt bekloppt. Vielleicht ist das ja eine neue Portfoliostrategie: erstmal überall mitmachen, dann das streichen, was schlecht läuft. Ich hätte da übrigens noch Vorschläge:

  • Google Chaosrrrr
    Ein Online-AJAX-Tool, mit dem man sich ein kleines Icon auf den Desktop holen kann, dass immer ein zufälliges Icon von einem Google-Tool anzeigt und wenn man draufklickt, dann öffnet sich der Browser in 37 Instanzen und alle Google-Tools werden auf einmal angezeigt.
  • Google Healthrrrr
    Eine AJAX-Plattform mit Ruby-on-Rails-Anbindung, die biometrische Daten wie Puls etc sammelt, die man dann mit anderen Usern online austauschen kann. So kann man vergleichen, wer beim Hometraining den höheren Puls hat…und so.
  • Google Fuckrrrr
    Hier können sich die Rotlicht-Webseitenbetreiber austoben. “Share your Playmate” ist per AJAX genauso möglich wie die gleichzeitige Darstellung von 250 Live-Webcams in nur einem Browserfenster, das maximiert wird und sich nicht mehr schließen lässt.

Bin mal gespannt, was denen als nächstes einfällt :D

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2006 24. Mrz

Ich habe eine lukrative Geschäftsidee, Kapitalrenditen von mehreren hundert Prozent jährlich sind möglich! Damit liege ich weit über dem durchschnittlichen Renditessatz für Venture Capital von ca. 28% p.a.

Das Risiko ist gering, die Nachfrage immens und das beste – sie wird das gesamte Jahrhundert steigen! Das Produkt ist einfach zu erstellen aus Rohstoffen, die massenhaft zu Spottpreisen verfügbar sind. Die Planung bedarf eines Ingenieurs, die Produktion selbst ist durch gering- oder unqualifizierte Arbeitskräfte notfalls von Hand möglich. Motivationsprobleme oder gewerkschaftliche Organisation der Arbeiter sind unwahrscheinlich, denn sie werden mit Herzblut und Angstschweiß für ihr Vaterland schippen – weltweit!

Steigen sie ein, werden sie Aktionär der MediaAddicted Deichbau AG :D

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