Suum cuique oder: Jedem das Seine
Deutschland regt sich immer gerne über Sprüche aus unserer NS-Vergangenheit auf. “Arbeit macht frei” ist genauso verpönt wie auch “Jedem das Seine”. Kurze Hilfsregel: jeder Spruch, der über einem KZ-Eingang stand, ist ein Unwort und darf kann nicht -weder wortgetreu noch modifiziert- in lauterem Kontext verwendet werden.
Aktuell entzündet sich die Diskussion an einer Kaffeewerbung, die mit dem Spruch “Jedem den Seinen” warb. Die Kampagne musste mittlerweile eingestellt werden.
Witzig finde ich, dass sich darüber die Gemüter wieder extrem öffentlichkeitswirksam empören. Wenn man denselben Spruch “Jedem das Seine” nun übersetzt, sagen wir mal ins Lateinische, dann scheint er immerhin so verwendbar zu sein, dass ihn eine Einheit der Bundeswehr, die Feldjäger nämlich, problemlos sogar in ihrem offiziellen Truppengattungs-Abzeichen verwenden dürfen.
Die Feldjäger sind -Treppenwitz der Geschichte- die Militärpolizei, der im Verteidigungsfall in ganz Deutschland der gesamte Polizeiapparat unterstellt wäre.
Wir lernen also:
Verwendung von KZ-Torsprüchen im gewerblichen Bereich: BÖSE!
Verwendung von KZ-Torsprüchen bei Staatsorganen mit möglicherweise hoheitlichen Aufgaben: KEIN PROBLEM.


