Reisebericht: Nottingham / UK
Bin jetzt gerade mal ein paar Tage hier und schon gibts was zu berichten
Der Übersichtlichkeit halber habe ich mal Überschriften ausgewählt, um die Flut der großen Nachteile dieses nassen Landes übersichtlicher zu machen.
Das Wetter
…ist hier so eine Sache. Das einzige, das sicher ist, ist die Tatsache, dass es einen ganzen Tag lang garantiert nicht trocken bleibt. Doof, wenn man dann seiner Glasfaser-Karbon-Sturmfest-Regenschirm besoffen in einem Pub liegen lässt
Seit ich hier bin ist der Himmel grau und die Luft kalt. Dafür regnet es dann aber auch ab und an.
Die Menschen
…sind nett, solange man sich nicht als Deutscher zu erkennen gibt. Leider hat jeder Brite einen eingebauten “Kraut-Detector”, so dass letzteres so gut wie unmöglich ist. Wenn man sich dann geoutet hat, gibt es zwei Möglichkeiten. A: Man wird zusammen geschlagen. B: Es wird geflissentlich darüber hinweg gesehen und in einer Art “Ego-te-absolvo-”-Geste die Konversation fortgeführt. Briten sind ausserdem immer leicht bekleidet, insbesondere die Frauen. Mini und knappes Oberteil sind auch bei 5 Grad und Regen angesagt. Jacken und Pullis scheinen hier uncool zu sein. Alle anderen Charakteristika finden sich unter “Alkohol”.
Die Währung
…ist das britische Pfund (L). Ein Pfund entspricht ca. 1,45 EUR. Dafür ist in GB aber alles so teuer, wie in Deutschland in EUR. Oder etwas teurer, das nimmt man hier nicht so genau. Ich glaube, dass die Briten so eine erneute Übernahme der Insel durch die Deutschen zu verhindern suchen! Sie machen hier einfach alles so teuer, dass man als Kraut sich einen Aufenthalt länger als eine Woche kaum leisten kann – eine Besatzung erst recht nicht
Die Häuser
…haben alle einen Vorgarten und einen “Hintergarten”. Das waren die Vorteile. Die Nachteile: jedes Zimmer ist eine bessere Besenkammer, weil keines größer als 10 oder 12 qm groß ist. Die Wände sind aus Pappmache und so hellhörig, dass man das Housemate zwei Zimmer weiter nicht nur beim Sex sondern auch beim normalen Atmen hören kann. Ich vergaß den Vorteil: WLAN funktioniert deswegen über ALLE Etagen
Habe ich schon erwähnt, dass Wohnraum hier irre teuer ist? 60L per week muss man schon kalkulieren – dann bewohnt man in einer 5er-WG ein Zimmer von der Größe eines Kaninchenstalls. Aber immerhin ist das dann noch nicht warm. Strom und Wasser kommen eben nochmal dazu.
Die Sanitäranlagen
Die Briten sind Puristen. Das Wasser wird ebenerdig bis zur Tür geliefert. Jeder Höhenunterschied muss in Eigenregie überwunden werden. Daher muss man vor dem Duschen die Hauspumpe anwerfen, damit im ersten Stock überhaupt Wasser aus der Wand läuft. Mischbatterien wurden hier noch nicht erfunden. Meint: Man kann am Waschbecken entweder Hahn A mit kaltem Wasser oder Hahn B mit warmem (kochend heissem) Wasser anstellen. Eine Mischung ist offensichtlich nicht vorgesehen.
Alkohol
Es gibt Pints (Bier) und SpeedSticks. Das sind sechs oder acht Wodka-Shots (2cl) auf einer Stange, ähnlich den Kölsch-Stangen. Günstig ist Alkohol hier nicht, der Pint ist ab 1,50 L zu haben (2,25 EUR) und ein SpeedStick kostet round about 8L (12 EUR). Kein Wunder, dass hier so wenig Geld übrig ist.
Der Wodka ist aber nicht soooo geil. Mir tut nämlich noch immer der Kopf weh und ich frage mich, ob ich nun auch erblinden werde…


