2012 12. Nov
internet

Ich bin bekenndender XING-Nutzer seit 2004. Damals wurde man mit einem XING-Profil noch schräg angeguckt und Facebook war noch weit, weit weg. Irgendwann kamen dann beruflich bedingt wöchentlich neue Kontakte dazu. Super! Visitenkarten benutze ich seitdem nämlich nur noch, um danach auf XING zu suchen – oder seit einigen Jahren auch bei LinkedIn. Je internationaler oder selbstmarketing-kompetenter meine Gesprächspartner wurden bzw. desto hipper die Branche, desto eher fand man sie nur noch bei LinkedIn – oder auf beiden Plattformen.

Das Standard-Prozedere mit Visistenkarten ist also: Xing suchen > Kontaktanfrage > LinkedIn suchen > Kontaktanfrage. Und wenn man dann mal nach Kontaktdaten sucht, dann ist es wieder andersrum. Die Situation verschlimmert sich auch deswegen, weil einige Zeitgenossen sich anscheinend entschieden haben, auf beiden Plattformen ein Profil zu haben, aber bei einer davon eine Reaktionszeit von 27 Tagen zu haben. Man weiß aber leider selten, bei welcher das so ist – und schreibt dann zwei Nachrichten.

Das ist lästig – genauso wie wahrscheinlich umgekehrt, die Kontakt-Pings erst auf der einen, dann auf der anderen Plattform zu bekommen. Also bitte, bitte, bitte: rauft euch zusammen, realisiert Synergien, pusht euer EBIT, leveraged eure Assets, aber KAUFT EUCH ENDLICH AUF, im Namen der User Experience!

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2012 09. Nov
job

Viele wollen unter Windows 8 den alten, klassischen Desktop von Windows 7 wiederhaben und insbesondere das Startmenü. Es gibt einige Frickellösungen mit Hacks in der Registry (scheidet für mich aus) und einige komfortable Programme, die das bewerkstelligen (finde ich gut).

Aus meiner Sicht ist die ultimative Geek-Lösung jedoch: Classic Shell. OpenSource, riesiger Funktionsumfang und viel Flexibilität – man kann z.B. entweder das Windows XP-Startmenü, das Vista-Startmenü oder das aus Win7 auswählen, oder auch einige Aspekte von allen kombinieren. Außerdem kann man dafür sorgen, dass beim Booten direkt auf den Desktop gebootet wird und nicht auf diesen Firlefanz-Tilescreen, den sie sich da ausgedacht haben.

Kleiner Trick am Rande: da es offiziell von Microsoft keinen Support für ein Startmenü unter Windows 8 gibt, ist bei ClassicShell der Startbutton eine Muschel in den Windows-Farben. Das sieht jetzt nicht ganz soooo geil aus. Aber: wenn man sich einen Screenshot vom Win7-Button irgendwo macht und den runden Button freistellt, dann kann man dieses Bild mit ClassicShell einbinden und hat dann ratz fatz einen “Original” Windows-Startmenü-Button! :)

 

2012 09. Nov

Wenn Brad Pitt in einem Film mitspielt, dann kann man wohl davon sprechen, dass es sich um Mainstream handelt. Ok ok, I am Legend war auch Mainstream, aber lasst uns vorher ausdiskutieren, ob das in dem Film echte Zombies waren… das hier sieht mir nach klassischen Romero-Zombies aus: viele, noch mehr und davon eine Menge – völlig ohne Anflug von Intelligenz. Bäm. Ab Juni 2013 im Kino.

2012 08. Nov
internet

Preisfrage

Welches Unternehmen hat die Chuzpe, in Deutschland eine Plattform anzubieten, bei der

a) ohne jede Form von staatlicher, arbeitsrechtlicher und inhaltlicher Regulierung

b) einfache Arbeiten von Privatpersonen zu Niedriglöhnen erledigt werden und

c) diesen Service dann, ich zitiere, “Mechanischen Türken” zu nennen.

Die Antwort lautet: Amazon.

Ich bin ja heute echt vom Stuhl gefallen. Ich kannte diesen Service nicht und hätte nie geglaubt, dass ein Unternehmen derartige Leistungen unter einer solchen Wortmarke anbieten würde, insbesondere nicht in Deutschland.

Das wäre ja so, wie wenn ich ein Online-Portal für Gelegenheitsprostituierte betreibe und das Ding dann… ne, den kann ich nicht bringen, dann schließen die mir mein Blog, vor meiner Haustür gibt’s Demos, Frontal 21 kommt zum Dreh vorbei und ich muss auswandern. Not worth it.

Aber WTF ist das denn bitte?

PS: Ich habe auch keine wirkliche Alternative zu der Übersetzung für Mechanical Turk gefunden. Es scheint auch im US-englischen dasselbe zu bedeuten, wie man es frei übersetzt: Mechanischer Türke. Die einzige, geringfügig schmeichelhaftere Bedeutung, die ich finden konnte, war “Schachtürke“. Das adelt wenigstens ein bisschen, weil Schach ja ein bekanntermaßen anspruchsvolles Spiel ist.

2012 06. Nov
internet

Ich habe ja bisher keinen Hehl daraus gemacht, dass ich das Geschäftsmodell von Facebook im Speziellen für völlig überbewertet halte und allgemein Social Networks füviel weniger zukunftsträchtig halte, als viele Andere.

Ein Feature, das maßgeblich zum Aufrieb meiner Nerven, zur Anpassung meines Nutzerverhaltens und zum weiteren Niedergang von Facebook führen wird, sind Corporate Accounts – weil eben viele so ticken wie ich und nicht, weil ich so ein Exot wäre.

Die Plattformen haben sich selbst den Titel “Soziale Netzwerke” gegeben bzw. ihn gern getragen. Sozial bedeutet: Austausch mit anderen Menschen, Hinwendung zur Gruppe. Menschen interessieren sich für andere Menschen, ihre Erlebnisse, ihre Vorlieben, auch ihre Abgründe. Ein Netzwerk wie Facebook ermöglicht wie niemals vorher Kommunikation, Austausch, Teilhabe an Emotionen und Bildern, das ist unsere Natur. Darin liegt der Reiz des Social Networks: es bietet Zugang genau zu dem, was in unserer Natur liegt und generiert darüber Klicks, Visits, Unique Visits, View Time etc. pp.

Klar, irgendwie müssen die Plattformen Geld verdienen und schon Werbung funktioniert, aber eher schlecht als recht. Sehr früh kam man auf die Idee, Corporates, also Firmen, juristischen Personen, keinen Menschen, Zugang zu den sozialen Netzwerken und damit zu den Menschen und ihren Beziehungen zu geben. Die Interaktion der Menschen mit den Marken nimmt aber stetig ab. Oh Wunder.

Aus meiner Sicht logisch: ich bin bei Facebook, weil mich meine Freunde interessieren. Ich glaube allerdings, dass den Leuten Marken tendenziell egal sind, sie sich aber durchaus für Produkte oder Themen interessieren. Whatever. Der Platz in meiner Timeline ist bei schmalen 90 Kontakten schon endlich, ich wage mir kaum Accounts mit den durchschnittlichen 230 Kontakten vorzustellen. Über die Jahre machte ich den Fehler, insgesamt 7 (sieben!) “Marken” zu liken. Und zusätzlich zu dem ganzen Kram meiner Freunde tickert seitdem der Informationsmüll dieser Unternehmen über meinen Schirm.

Das sind aber in den allermeisten Fällen keine Menschen, sondern gekaufte Geister, die künstlich Aufmerksamkeit erzeugen wollen (müssen), um zu VERKAUFEN. Indem sie so tun und schreiben, als würden sie zur Gruppe gehören. Hey, Yo, was meint ihr dazu? Und jetzt haben die Unternehmen sogar noch die Möglichkeit, über gekaufte Beiträge länger und weiter oben zu bleiben in meiner Timeline? Danke auch.

Liebe Unternehmen, ihr stehlt meine Zeit und meine Aufmerksamkeit um Werbung zu machen. Liebes Facebook, du bist Mittäter. Also kicke ich alles und jeden, keine Likes mehr für Corporates. Eure Kommunikation ist nicht persönlich und nichtmal produkt- oder themenspezifisch, nein, ihr müllt alle Liker mit eurem gesamten Corporate-Kram zu. Ihr interessiert mich nicht, eure Mitteilungen interessieren mich nicht und ich sehe keinen Grund, das weiter zu ertragen.

Ich verstehe und finde, dass Facebook fairerweise mit seiner Plattform Geld verdienen können sollte. Ich wäre bereit, pro Monat $1,99 zu zahlen für etwas wie Facebook. Viele Andere sicher auch. Dann aber bitte ohne Werbung und ohne Corporate Bullshit. Dann könnte das “soziale Netzwerk” auch wieder seinen Zweck erfüllen und sozial sein. So wie es im Moment ist, finde ich es zunehmend asozial.

Meine 7 Likes sind seit letzter Woche Geschichte. Für Facebook kein Verlust, für die geunliketen Marken hoffentlich auch nicht – aber für mich ein riesen Fortschritt in meiner Timeline.

2012 25. Okt
law

Im Deutschen Bundestag wurde heute ein fraktionsübergreifender Gesetzesentwurf vorgestellt, nach dessen Verabschiedung in Zukunft totale Transparenz über die Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten bestehen soll.

Nachdem das 10-Stufen-Transparenzmodell der Regierungskoalition sowohl am Widerstand der Opposition als auch elementarer Kritik aus den eigenen Reihen gescheitert war, sah man sich genötigt, eine relationale Erweiterung um zusätzliche 4 bzw. 4,5 Stufen aus dem Konzept der Linkspartei zusätzlich aufzunehmen.

Nachdem allerdings deutlich geworden war, dass von diesen 14 bzw. 14,5 Stufen 9,75 mehr oder weniger identisch waren, einigte man sich in der Nacht auf Donnerstag im Rahmen von Geheimverhandlungen darauf, durch eine zusätzliche Berücksichtigung der 23,25 bzw. 22,75 Transparenzstufen aus dem Vorschlag der Grünen und den Piraten ein Transparenzmodell mit insgesamt 27,5 Stufen zu schaffen.

Auf die Frage in welcher der Stufen welche Nebeneinkunftsklassen zugeordnet sein werden hieß es dazu aus dem Kanzleramt, dass unmittelbar nach Beschluss des Gesetzesentwurfs eine 22-köpfige Expertenkomission des Bundesrates eine Konsolidierung der Transparenzstufen erarbeiten werde, so dass man zuversichtlich sei, bis 2024 oder 2025 die Datenbank und das notwendige Software-Hit-IT Meldesystem (SHIT) von Bundestagsabgeordnetennebeneinkünften in den Testbetrieb nehmen zu können, um dann ab 2028 die ersten Meldungen von Abgeordneten zu verarbeiten.

Mit dem derzeit budgetierten Entwicklungshaushalt für das Vorhaben von 2,7 Mrd. EUR werde man aber mit Sicherheit auskommen, wie aus vertraulichen Kreisen zu vernehmen war.

Mehr Direktbullshit.

2012 16. Okt

Ohne Worte :D

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