2011 14. Mrz

Online-Dienste für To-Do-Listen und Task Management

Jeder kennt das: entweder eine Software ist zu komplex oder zu simpel. Eigentlich findet man immer genau dasjenige, was man nicht braucht.

Mir geht es im Moment so auf der Suche nach einem Online-Dienst bzw. einer Cloud-Lösung für To-Do-Listen. Andere nennen das „Task-Management“ und wenn das alles etwas komplizierter wird, heisst es irgendwann „Projekt-Management“.

Meine Anforderungen sind überschaubar:

  • Nicht zu komplex aber auch  nicht zu simpel 😉 > Killerfeature
  • Usability!
  • Mehrere Kategorien bzw. To-Do-Listen sind möglich
  • Sub-Tasks sind möglich (also „Teilaufgaben“ von „Hauptaufgaben“ in einer To-Do-Liste, in anderen Worten: hierarchische Organisation von Aufgaben)
  • Priorisierung, Benachrichtigungen und Fälligkeiten sind möglich
  • Collaboration ist möglich (gemeinsame Bearbeitung bzw. Tasks / To-Dos zuweisen)
  • Das Ganze ist nutzbar via Browser und über Apps (iOS, Android)

Kosten spielen erstmal nur eine untergeordnete Rolle, aber es sollte natürlich angemessen bepreist sein. Anwendungsfeld ist bei mir „einfaches Projektmanagement“. Ich brauche kein MS Project etc. sondern eine Lösung, die idealer Weise intuitiv bedienbar und mäßig komplex ist und dabei die o.g. Features mitbringt.

Gemäß dieser Suchkriterien habe ich folgende Cloud-Dienste gefunden und angetestet:

  1. Remember The Milk (Der gewissenhafte Angestellte)
    Klassiker. Bietet mittlerweile viele Features, insbesondere was Details der einzelnen Aufgaben angeht (Definierbare Listen, Fälligkeit, Zuweisung, Priorität, Wiederholungen, Tags, Notizen etc.), aber: man kann keine Sub-Tasks erstellen. Von der Usability / Benutzerfreundlichkeit würde ich RTM 4 von 5 Punkten geben.
  2. Wunderlist (Der puristische Schönling)
    Wunderlist sieht geil aus und ist ebenso gut zu bedienen. Punkt. Das gilt insbesondere für das fast identische Aussehen der Web- bzw. Browser-App, der iOS-App und der Android-App. Allerdings ist die Funktionalität dem streamlinigen Usability-Konzept entsprechend ebenfalls etwas magerer. Man kann Listen anlegen, aber für Tasks gibt es nur Fälligkeiten und Notizen. Punkt. No bullshit.
  3. Toodledo (Der geekige Funktionalterminator)
    Neben dem unaussprechlichen Namen (Marketing FAIL!) landet man auf einer GUI, die erstmal aussieht wie das Backend von vBulletin vor 5 Jahren. Ein bisschen blau, ein bisschen bunt und ein bisschen Techie. Aber: der Dienst hat es funktional in sich. Der Feature-Vergleich mit Wettbewerbern sagt eigentlich alles. Allerdings: die Usability ist im Vergleich eher bescheiden. Sagen wir 2,5 von 5.
  4. Todoist / Wedoist (Die kühle Blonde aus dem hohen Norden)
    Todoist bringt es tatsächlich am nächsten an das, was ich mir vorstelle. Eine moderne, aufgeräumte Oberfläche, die alle wirklich relevanten Funktionen anbietet. Nicht mehr und nicht weniger.
  5. Tasquade (Der spezialisierte Profi)
    Über Tasquade bin ich über einige Umwege gestolpert. Der Dienst ist ein SpinOff des Karlsruhe Institute of Technology und eines dort ansässigen Inkubators. Die Möglichkeiten sind vielfältig und gehen teilweise schon in den Funktionsumfang von Projektmanagement-Lösungen hinein. Die Nutzung erfordert etwas Einarbeitung, aber das GUI ist extrem aufgeräumt und übersichtlich und der Fokus der Anwendung liegt tatsächlich auf dem Task Management. Ist halt fraglich, ob und wie lange dieser Dienst bestehen wird, aber so wie er momentan dasteht, ist er einfach gut.
  6. Google Notebook (Der nerdige Frickler)
    Man kann Google Notebook durchaus nutzen, um damit ein grundlegendes Task-Management aufzuziehen. Es gibt leider keine „Checkboxen“ und keine Fälligkeitsüberwachung, dafür ist die Sortierbarkeit und der mögliche Umfang der Einträge sehr gut und die Usability für Arbeitsgruppen ebenso.

Getreu dem Motto „Usability über alles“ habe ich mich jetzt für Todoist bzw. Wedoist entschieden. Warum? Weil beide sich sehr übersichtlich auf „no bullshit“ konzentrieren und dabei alle gewünschten Funktionalitäten verfügbar machen (in der Pro-Version für 3 USD p.M.).

Alle anderen Lösungen, die mir über den Weg gelaufen sind, sind zu „mächtig“, um für meinen Verwendungszweck sinnvoll zu sein. Da kümmere ich mich nochmal separat drum 🙂

  • Artikel
  • Twitter
  • Tumblr