2006 30. Jan

Neue Technologieblase ante portas?

In einem Interview auf wired.com äußert sich Harry S. Dent zu der Entwicklung der Weltwirtschaft, respektive der Kapitalmärkte bis 2010.

In seinem Buch “Der Jahrhundert-Boom” beschrieb er en Detail die New-Economy-Blase, von deren Folgen zumindest Europa sich gerade jetzt erst langsam erholt. Das bemerkenswerte daran war, dass das Buch 1992 erschien, also runde vier Jahre vor dem endgültigen “Abheben” der Kapitalmärkte.

Das Interview behandelt inhaltlich sein neues Buch “The Next Great Bubble Boom“, in dem Dent eine Wiederholung der 90er-Spekulationsblase prophezeit. Demnach sehen wir bis 2010 schätzungsweise 30- bis 40.000 Punkte im Dow Jones und bis zu 13.000 in der NASDAQ (was mit Blick auf meinen Blasenliebling Google einen Aktienkurs um 1800 EUR bedeuten könnte – ohne Google-Bonus versteht sich.

Danach soll es dann allerdings nicht mehr so toll sein, weil dann nämlich -wieder mal- ein monströser Crash folgen soll, aus dem man sich besser rechtzeitig durch AAA-Bonds und / oder Real Estate rettet – letzteres natürlich nicht in den USA, weil dort neben der Kapitalmarkt- auch die Immobilienblase platzt.

Bekanntlich sind historische Daten keine besonders guten Indikatoren für zukünftige Entwicklungen, ergo Dents korrekte Prognose aus 1992 kein Garant für eine Wiederholungstat. Seine Begründung für die neuerliche Bubble-Theorie begründet er jedoch bodenständig und nachvollziehbar:

The smart money starts buying in. The markets start going up. The more the markets go up, the more people get drawn into it over time. And the bubble ends when everybody’s in.

Ob denn die Kleinanleger nichts gelernt hätten aus dem letzten Desaster?

So all of these people who got hurt the most and say, “I’ll never buy stocks again” or “I’ll never touch tech stocks” … let the market go up 30 (percent) or 40 percent a year, year after year, and see how many change their minds.

Wenn man sich das vor Augen hält, könnte der Mann Recht behalten. Die Frage ist nur, warum er das alles schon im Interview erzählt, denn mehr muss man eigentlich nicht mehr wissen, oder?

Letztendlich siegt immer die Gier.

Share on TwitterSave on DeliciousShare via email