2005 03. Aug

Mr. & Mrs. Smith: Stellen Sie die Sex-Frage!

Aaaaastrein! Montag Abend, nach anstrengendem studentischen Nichtstun abrackern an der Seminararbeit ab ins Kino und wie immer die Frage aller Fragen: welcher Film?

Dammit. Irgendwie läuft gerade nix tolles, wenn man nicht auf Madagascar steht. Ach ja, da ist ja noch diese Jolie-Pitt-Klamotte. Wir gucken uns an. Egal, dann eben noch ein Krombacher dabei, dann passt das schon…

Kurzer Abriss
Die beiden Profikiller Mr. und Mrs. Smith führen eine solide US-amerikanische Vorstadtehe in gesicherten materiellen Verhältnissen. Nur wissen beide nichts vom wirklichen Beruf des Ehepartners. Er denkt, dass sie Börsenmaklerin sei, sie denkt, dass er Ingenieur sei. Als beide auf denselben „Job“ angesetzt werden, kommen sie sich in die Quere und identifizieren sich (natürlich) gegenseitig – was es erfordert, den Anderen zu…liquidieren, um den eigenen Job zu retten.

Der Film beginnt…fulminant. Auf den Sesseln eines Paartherapeuten lümmeln sich Brad und Angelina alias Mr. und Mrs. Smith. Eheprobleme im fünften oder sechsten Ehejahr. Nichts besonderes also, einfach mal ein Motorencheck, ein paar Dichtungen erneuern. Dann die ersten Fragen. Einfache Fragen. Intime Fragen. Einfach auch zu beantworten, aber schon beginnt das Drama. Nämlich damit, dass diese einfachen Dinge auf einer Skala von eins bis 10 nicht zugeordnet werden können, von beiden nicht und schon gar nicht übereinstimmend. Allein die Ausweichmanöver der beiden sind schon Brüller.

Von da an springt der Film nach Kolumbien, wo sich die beiden vor fünf oder sechs Jahren kennen lernten. Kuriose Situation, aber nett inszeniert, allerdings noch nicht besonders glamourös. Aber der Film steigert sich. Während anfangs das Fassaden-Eheleben der beiden Profi-Killer gezeigt wird und nur an Details die Hintergründe für den Zuschauer ahnbar sind kommt schon nach 20 Minuten Action auf. Das erste Mal duellieren sich die beiden in der Wüste und von da an bekämpfen sie sich zunächst wüst…

…bis sie feststellen, dass sie den Anderen doch nicht einfach mal umnieten können. Liebe eben. Als ihre jeweiligen „Agenturen“ das mitbekommen, werden die beiden zu Gejagten und arbeiten während kurioser Verfolgungsjagden und wilder Schießereien ihre Eheprobleme in witzigen Dialogen auf.

Der Film besticht durch die Kleinigkeiten, Dialoge und die Kontraste. Therapeutencouch und Arbeitsplatz „Berufskiller“, vordergründige Bodenständigkeit bei geheimen Hobbys wie Freeclimbing und Extrem-Freestyle-Combat. Gegenseitige Vorwürfe über Schauspieler-Eltern während man mit Raketenwerfern beschossen wird und Diskussionen über die Liebe aus abstürzenden Fahrstühlen heraus.

Auch sehr liebevoll in Szene gesetzt: die benutzten Gadgets, immer mit subtilem Bezug zu Ehe an sich oder den Beiden. Messer der Marke „Precision“ im Küchenstudio, die Sekunden später Elitesöldner dahinraffen, Trainingsanzüge der beiden mit der Aufschrift „Jesus rocks“, ein Lockvogel mit „Fight-Club“-T-Shirt…die Liste wäre für hier zu lang.

Und letztendlich bringt es der liebe Brad auf den Punkt, denn die Lösung aller Eheprobleme der Smith’s hatte wohl hauptsächlich einen Effekt – den immer erwünschten:

„Stellen Sie die Sex-Frage!“

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