2006 06. Jan

Die Chroniken von Narnia

Vier Kinder kamen in den Wald,
der war verschneit und bitterkalt.
Die Hexe hat sie weggelockt,
wurd‘ später aber abgezockt.

Ihr findet dieses Gedicht scheisse? Gut, dann passt es hervorragend zum Film! Wie soll ich nur anfangen? Also, ich versuche es so:

Die Story
Ist schnell erzählt. Drei Kinder werden während des zweiten Weltkrieges aus einer britischen Großstadt zum mondänen Anwesen eines Professors verschickt, um dort in Sicherheit das Kriegsende abzuwarten. Dort entdecken sie einen Schrank der in die Märchenwelt „Narnia“ führt. Dort herrscht Permafrost, weil der König von der bösen Eishexe getötet / verjagt / verflucht / was auch immer wurde. Seither hält eine Prophezeinung die Bewohner Narnias bei der Stange, dass eines Tages vier Menschenkinder kommen werden und die Herrschaft an sich reissen werden.

Die Umsetzung
Ich will nicht zu streng sein. Narnia ist ein Kinderfilm. Für sehr junge Kinder. Für sehr dumme Kinder. Oops. Was habe ich da gesagt? Meine ich natürlich nicht so! Aber es ist schon peinlich, was da alles abgeht.

Bis zu der Stelle, an der die Kleinste Schwester das erste Mal im Schrank verschwindet geht der Film noch aber dann trifft sie den Kinderschänder Herrn Tumnus und ihr später folgender Bruder die Eishexe. Aber der Reihe nach. Warum genau ist der Film weder Vorbild noch Lehrstück noch Kunstwerk?

  • Der kleine Bruder trifft also die Eishexe. Diese verführt ihn mit türkischem Honig, woraufhin er alles für sie tut. Immer und immer wieder verrät dieser kleine Bastard Idiot seine Geschwister, immer wieder wird ihm vor Augen geführt, dass er weder Lohn noch Dank erwarten kann sondern immer wieder von der Eishexe auf die Nüsse bekommt (von denen es drei magische Exemplare gibt, also im Film jetzt, nicht an dem Jungen)
  • Die Geschwister werden mit magischen Waffen versorgt, mit denen sie nicht umgehen können und genauso gucken sie diese auch an. „Wow, ein Bogen. Geil. Und jetzt?“ Immerhin schafft es bis zum Ende des Films jeder Charakter, seine Waffe genau EINMAL einszusetzen, nämlich in der finalen Endschlacht. Dazu später mehr.
  • Der Statthalter des Königs ist ein etwas überdimensionierter Löwe, der permanent klugscheisst und gute Ratschläge gibt. Zwischenzeitlich stirbt er auch, aber tadaaaaa, er ersteht wieder auf. Lapidare Begründung: „Hätte die Hexe die uralte Formel richtig gelesen, dann hätte sie gewusst, dass das freiwillige unschuldige Opfer wieder aufersteht.“ Warum er dann aber zuvor bei seiner Schlachtung so traurig guckt, wird wohl auf immer Geheimnis des betrunkenen Drehbuchautoren bleiben.
  • Es gibt schlauerweise gleich VIER Throne für die neuen Könige. Vier. Eigentlich müsste die Geschichte ja lehren, dass schon zwei Erben Weltreiche in der Untergang geführt haben, aber diese vier Holzstühle sind echt die Krönung.
  • Die finale Schlacht: jeder setzt wie gesagt seine magische Waffe einmal ein. Vorher im Film keinerlei Übungen oder Anwendung. Wo die diversen Verstärkungen der „Guten“ herkommen erklärt der Film auch nicht, ebensowenig, warum die drei Kleinen mit ihren Waffen mit einem Mal die Bösen leichtfüßig abschlachten können. Den General der Eishexe, sie selbst etc. pp. Aber jeder kommt genau nur EINMAL zum Einsatz, nicht vergessen!
  • Nach dem Sieg die finale und völlig bekloppte Krönungszeremonie: „Peter der Prächtige“ ist nun wirklich der Höhepunkt aller Peinlichkeiten. Neben ihm seine drei Nebenblagen Geschwister, die dumm aus der Wäsche gucken und den Applaus entgegen nehmen.
  • Über den Zeitsprung ins Erwachsenenalter der vier rede ich jetzt mal nicht, sonst würde ich noch ausplaudern, dass Peter der Prächtige schwul und seine übrigen Geschwister sich asexuell-barbiepuppenlike entwickelt haben. Es sei denn, sie stehen auf die Fabelwesen in Narnia.

Fazit
Ein Film, dessen absolut lineare Handlung weder erklärt wird noch nachvollziehbar ist. Der Plot ist platt, die Umsetzung effekttechnisch zwar annehmbar, aber nicht state of the art, immerhin erkennt man die computergenerierten Doubletten in den Schlachtreihen sogar beim ersten Ansehen des Films. Die Dialoge sind für sechsjährige Legastheniker ausgelegt und überhaupt… einer der lächerlichsten Filme 2005.

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