2008 20. Apr

Das Benzinpreis-Wunder

Es ist soweit: der Benzinpreis hat erstmals die Marke von 1,50 EUR überwunden. Was für ein Rie-sen-glück für die Petro-Konzerne! Ein Glück, dass wir noch eine Industrie haben, die zu einer Entwicklung in der Lage ist.

Ein Liter Benzin kostete 1998 noch 1,539 DM (in EUR: 0,79 Cent) und das Barrel Rohöl ca. 12 USD (in DM in 1998: 19,20; in EUR folglich 9,82).

Jetzt müssen wir aber noch die Inflation reinrechnen, überschlägig 10 Jahre x 2% ergibt mit Zinseszins etwa 25% Teuerung. Bedeutet: wenn wir diese Preise mit heute Vergleichen wollen, dann müssen wir diese 25% auf die Preise von 1998 aufschlagen. Wir landen also bei ca. 0,98 EUR je Liter Benzin und ca. 12,28 EUR je Barrel Öl.

Heute kostet also ein Liter Benzin 1,51 EUR, ein Barrel Öl jedoch 116,16 USD (in EUR per heute: 73,83).

Das bedeutet:
Während der Benzinpreis in 10 Jahren von 0,98 EUR auf 1,51 EUR angestiegen ist (+54%) ist im selben Zeitraum der Preis des Rohstoffs von 12,28 EUR auf 73,83 EUR gestiegen (+601%, in Worten: sechshundertundein Prozent).

Haben die es also geschafft, dass ihre Produktionsprozesse so viel besser sind, dass die notwendige Preissteigerung nur ein Zwölftel der Rohstoffkostensteigerung beträgt? Ganz sicher. Oder dass der Wettbewerb sooooo brutal ist, dass diese Preissenkung stattgefunden hat? Warum gibt es dann überhaupt noch Ölkonzerne, der Markttheorie nach müssten die alle den Bach runter gehen.

Die Realität sieht anders aus: dass es die Petrokonzerne heute noch gibt bedeutet nichts anderes, als dass sie heute noch Gewinn machen, bei sechsfach höheren Rohstoffkosten, aber nur 50% Preissteigerung. Und jetzt überlegt euch mal, wie viel Gewinne die in den letzten 10, 20, 50 Jahren gemacht haben, als das Öl noch billig war.

Freie Marktwirtschaft? Alles klar! 😀

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