2005 29. Jan

After the Sunset

Der Film beginnt, wie er aufhört – im wahrsten Sinne des Wortes. In der Anfangssequenz stiehlt Max Burdett (Pierce Brosnan) mit Hilfe seiner Geliebten und Gehilfin Lola (Salma Hayek) einen Diamanten direkt aus dem Händen bzw. Autos des FBI. Ein Nachname für Lola war anscheinend nicht nötig, ist ja auch nur die Frau im Film, Pirece Brosnans noch dazu, da braucht Frau eben keinen Nachnamen. Jedenfalls setzen sich die beiden auf einer Karibikinsel zur Ruhe; Bis der von Max schon zweimal geschasste FBI-Agent Stan (Woody Harrelson) auftaucht, weil er der festen Überzeugung ist, dass diese Rente nur ein Manöver ist, um den Diebstahl eines Superklunkers von einem Kreuzfahrtschiff im Hafen besagter Insel zu stehlen.

Der Rest ist einer dieser „Supercleverer Obergauner ohne Not zu Gewalt plant ganz nebenbei das geniale Verbrechen“-Filme. Anfangs wirkt die Szenerie der Karibikinsel noch nett und durch Pierce Brosnans bekannt charmante Art säuselt die Handlung in karibischem Background so vor sich hin. Das wird jedoch schnell langweilig. Immer wieder muss Salma Hayek ihre (ohne Frage beeindruckenden) Brüste rekrutieren, um den Zuschauer eindrucksvoll auf den Zielkonflikt ihres Lovers Max hinzuweisen, der immer zwischen den Alternativen „Diamanten klauen und Beziehung verlieren“ bzw. „Beziehung erhalten und Diamanten nicht klauen“ schwankt.

Ein ums andere Mal muss Lola Vorderteil, Hinterteil oder beides in die Waagschale werfen – was Pierce Brosnan natürlich nicht davon abhält, sich doch für die Diamanten zu entscheiden. Jedenfalls langweilt dieses Konzept recht schnell, denn irgendwann ist selbst Salmas nettes Körperchen abgenudelt, entschuldigung, erschöpft. Max‘ selbstgefälliges und egomanisches Gehabe erinnert ebenso genau wie unangenehm an den Film „Die Thomas Crown Affäre“ – anscheinend ist der gute Mann auf Rollen festgelegt, die ihm den Auftritt als gut aussehendem, lässigen, superreichen, supercleveren und natürlich superunabhängigem Macho a la carte ermöglichen.

Fazit
Der Film hätte auch als „Salma Hayeks Fitness Video“ oder als „Tits for Diamonds“ in die Kinos kommen können – wengstens wäre man dann vorgewarnt gewesen. Die Tatsache, dass nichtmal im Detail gezeigt wird, wie denn so ein Supercoup geplant wird, macht den Film dann endgültig langweilig und oberflächlich. Der „König der Alibis“ hätte sich mit einem solchen besser von diesem Drehbuchvorschlag zurück gezogen.

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